Wohlmöglich hälst du mich für völlig verrückt. Vielleicht auch für egoistisch oder unachtsam. Und das ist auch überhaupt nicht schlimm, denn mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit hätte ich vor ein paar Monaten genauso reagiert. Was genau passiert ist (genauer gesagt: was IN mir passiert ist) möchte ich dir in diesem Blogpost anvertrauen. Nicht weil ich meine Entscheidung rechtfertigen will, sondern jemanden da draußen vielleicht Mut und etwas Hoffnung machen kann.

Deine Melina

Meine Zeit verbrachte ich 2020 zu 98% alleine. Ich habe kaum jemanden gesehen, meine erste eigene Wohnung hatte kaum jemand gesehen. Da war meistens nur ich und mein Laptop. Und so kam es, wie es kommen musste. Ich stüzte mich in meinen Job. Baute mir im September 2020 aus dem Nichts meine Selbstständigkeit auf und war unfassbar aktiv auf Social Media.

Von morgens bis abends hing ich bei Zoom, Facetime oder in meinem E-Mail Postfach. Ich konsumierte Podcasts wie kein Zweiter und brachte mir selber das professionelle Bauen von Webseiten bei. Das mein sonst so aufregendes Leben, von heute auf morgen nur noch digital statt fand, hat Spuren in mir hinerlassen.

Das ist erstmal keine schockierende Tatsache, schließlich sind inzwischen schon 738 Tage vergangen, seitdem die Pandemie ausgebrochen ist. Wenn ein Mensch sich in über 2 Jahren nicht verändern würde, hätte er wohl eindeutig etwas falsch gemacht. Allerdings fühlt sich meine Veränderung auch nicht gerade besser an.

Viele Menschen berichten, dass sie sich seit Beginn der Pandemie von sich selbst “entkoppelt” fühlen. Sie nehmen sich selber und ihre Bedürfnisse nicht mehr richtig wahr. Als die ersten Geschichten von anderen Menschen, denen ich schon lange folge, in meine Timeline gespühlt wurden, habe ich mich noch als Beobachter dieser Geschichten gefühlt, mittlerweile merke ich aber immer mehr, wie ich mich selbst darin wiederfinde.

Die Fakten lauten: ich werde nicht jünger und bin unglücklich, wenn ich mich weiter einsperre. Jeder Tag an dem ich nicht das tue, was ich eigentlich machen möchte, ist verschwendet. 2022 steht für mich also für das Jahr, wo ich nur das mache, worauf ich Lust habe. Neue Orte entdecken, Europa noch besser kennenlernen und mich weiterhin kreativ ausleben.

Selbstverständlich werde ich vorsichtig sein und auf mich aufpassen. Das heißt, mich an aktuellen Regelungen zu halten und zu schauen, dass ich alle Vorsichtsmaßnahme gewissenhaft berücksichtige.

Aber es wäre Quatsch, wenn ich wegen der Pandemie meine Reise aufschieben würde. Auf wann denn? Bis die Pandemie nicht mehr existiert? Das wird die nächsten Jahre wahrscheinlich nicht passieren und warten bis ich 30 bin, möchte ich auch nicht.

Mutig sein und etwas wagen lautet also die Devise.

Und genau das werde ich jetzt tun.

Quote ot the Post

I’m ready.
I’m ready for more.
I’m ready for adventures.
I’m ready for change.
I’m ready for new experiences.
I’m ready for improvement.
I’m ready for growth.

@ycyoh